Gebundene Ausgabe: 93 Seiten
Verlag: Insel Verlag
ISBN-10: 9783458193029
ISBN-13: 978-3458193029
Preis: 11,80 EUR 
Anfangs hieß sie Hünej. Anzunehmen, so wurde sie von ihren Eltern und Verwandten auch später genannt. Außenstehende sagten, wenn sie gemeint war, nur noch Gijit, anspielend auf Gijik, das Menschenwild.

INHALT
Hünej, eine junge Frau aus dem Altaigebirge, wird von einem großen, starken und überall behaarten „Menschenwild“ geraubt, verbringt mit ihm einen Winter in der Wildnis des Hochgebirges und fasst schließlich Zutrauen zu ihm. Gemeinsam meistern sie die Gefahren des alltäglichen Überlebenskampfes. Sie kommen sich auch körperlich näher, und Hünej wird Mutter. Doch sie möchte zurück zu ihrer Nomadensippe in der Ebene und flieht. Er folgt ihr …

Galsan Tschinag, der deutschschreibende mongolische Schamane, erzählt die alte Legende vom Tiermenschen neu. Eine Erzählung von großer Anmut, voll Glück und Trauer.


MEINE MEINUNG
Ich bin heute zu Angie gefahren und wollte das dicke Tintenherz nicht mitnehmen, deswegen hab ich einfach das dünnste Buch aus dem Regal genommen und es in die Tasche gepackt. 100 Seiten und mehr eine Erzählung als ein Roman. „Das Menschenwild“.
Das Buch hatte ich mal geschenkt bekommen und es gibt keinen Klappentext, deswegen hatte ich keine Ahnung, worum es ging, wollte einfach reinlesen und bin gerade schon fertig geworden.

Der Schreibstil ist recht distanziert, eben nicht sonderlich auf Eindringlichkeit bedacht und alles wird rasch erzählt. Zumindest im Vergleich zu den Jugendbüchern könnte man den Stil als zu schnell oder zu abgehoben betrachten, auch wenn ich gestehen muss, dass genau er mir hier gefallen hat. Keine langen Beschreibungen, einfach schlichte Worte, aber doch mit einer so auffälligen Sorgfalt gewählt, dass es einem nicht falsch erscheint, zumindest mir nicht. Sehr echt geschrieben, keine Hand vor den Mund genommen und doch mit einem Vokabular ausgestattet, das nicht aufdringlich außergewöhnlich ist, aber doch angenehm fließt und in Sekundenschnelle Bilder und Gefühle erzeugt. Das hat mir gut gefallen, auch wenn ich nicht denke, dass es jemandem hier genau so gehen würde wie mir.
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Inhaltlich wird alles beschrieben, ohne eben auf Dinge zu verzichten, die unangenehm wirken mögen und ohne Dinge hinzuzunehmen, deren Schönheit das Schlechte vielleicht verdeckt hätten. Es wirkte einfach echt, von der anfänglichen Angst vor dem „Monster“, dem „Menschenwild“ bis hin zum langsam wachsenden Vertrauen – ja, bis hin zu der sexuellen Anziehung, die die Protagonistin langsam zu dem wilden Mann aufbaut – ist alles seltsam nachvollziehbar gestaltet. Ich sage „seltsam“, weil ich selbst darüber verwundert war, dass ich es verstanden habe, aber ich dachte selbst während des Lesens „Ja, so könnte es sein“ und hab und an haben mir die Worte ein fröhliches Lächeln entlockt, zum Schluss sogar einige Tränen, auch wenn ich das bei der doch recht eigenartigen Story nicht erwartet hätte.

Natürlich kann man es nicht lesen wie einen Roman, es ist eben eine Erzählung, wie eine lange Kurzgeschichte, aber sie hat mich doch recht stark berührt, vielleicht auch etwas verstört, aber ich habe – und das ist es, was sie in meinen Augen so gut macht – dieses seltsame Gefühl etwas dazugelernt zu haben. Nicht an Wissen, sondern an Gedanken, an Leben und genau das ist das Gefühl, das ich mir wünsche, wenn ich einen Text lese.

Nun gut. Jeder Mensch besitzt sein ihm zugefallenes Leben. So auch Hünej. Weil sie einmal vom Schicksal so derb gepackt worden und dem Untergang so nahe gewesen war, wusste sie das Dasein der lichten Welt mehr zu schätzen und sich daran heftiger zu erfreuen als die meisten Menschen mit ihren ungeschärften Fühlern angesichts eines ungestörten und dumpf wahrgenommenen Lebens ringsherum.


FAZIT

Ich gebe dem Werk am Ende 10 von 10 Punkten. Hat mir wirklich einfach gefallen, außergewöhnlich, anspruchsvoll, aber eine eigenartige und berührende Geschichte tragend, die mich am Ende sogar weinen ließ und von der ich denke, dass sie mir ein paar neue Sichtweisen auf die Welt vermittelt hat.

9 Kommentare
  1. captain cow
    captain cow sagte:

    Ich kenn die Buchvorstellung ja schon aus dem Forum – aber das Zitat war da nicht dabei, oder? Gefällt mir auf jeden Fall sehr gut. Und das Buch steht auch schon auf meiner Liste :]
    Ah und du hast hier ein bisschen umgestaltet, was die Seiten anbelangt, oder? Klasse Sache, mir gefällt's richtig gut so :]

    Antworten
  2. Plutonium
    Plutonium sagte:

    Guten Morgen =)
    Jep, du kennst sie schon aus dem Forum, ich wollte sie trotzdem hier noch einmal gern posten, weil eben auch klar werden sollte, dass hier noch ein bisschen mehr kommt, als meine komischen Gedankensplitter -lach-
    Genau, das Zitat hab ich noch hinzugefügt.

    Ja, ich hab gestern noch einiges herumgebastelt. Freut mich, dass du es magst! Es kommt bald auch noch ein bisschen mehr dazu, aber ich lass mir Zeit. Aktuell sollte ich mich ja eigentlich mehr mit Uni beschäftigen -lach-

    Antworten
  3. Serafina
    Serafina sagte:

    Heyho :)

    Ich kenne die Vorstellung auch schon (auch wenn ich nichts dazu geschrieben habe …) :)
    Die Umgestaltung hier gefällt mir gut *-* Ist hübsch geworden ^.^

    Zu dem Buch kann ich nicht so viel sagen, es klingt zwar interessant, aber ich weiß nicht, ob so eine Erzählung was für mich wäre … Zwar habe ich schon Texte über und aus dem Altai gelesen, allerdings haben die mir nicht unbedingt gefallen. Es war halt nichts anderes zu lesen da ^^“
    Trotzdem ist die Vorstellung echt schön geworden *-* Toll gestaltet!

    Ganz liebe Grüße,
    Juny :D

    Antworten
  4. Plutonium
    Plutonium sagte:

    Guten Tag, Juny!
    Uh, danke, dass du wieder reingeschaut hast, das freut mich. Klasse, dass dir die Umgestaltung gefällt, ich kann es einfach nicht lassen, herumzubasteln. Beim Forum kann ich das ja leider nicht machen, weil dann 300 Leute Tag für Tag verwirrt werden würden -lach-

    Hm, ich denke auch nicht, dass das Buch etwas für dich wäre. Wie gesagt, es ist eben seltsam. Ich persönlich mag es sehr gern, aber ich kann auch verstehen, warum man es nicht mögen könnte. Ich denke, es würde deinen Lesegeschmack nicht unbedingt treffen, das stimmt.
    :)

    Liebste Grüße
    Marie

    Antworten
  5. JO
    JO sagte:

    Hört sich gut an das Buche :) Da ich Zeit habe werde ich es vielleicht demnächst auch mal lesen :)

    Oh, dass ist so süß :) Es ist schön, wenn alles überschwappt :) Dann sind wir alle glücklich :) Danke :) ♥

    Antworten

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