Es ist so traurig, dass wir immer von Liebe gesprochen haben, sie aber nie meinten, weil unsere Herzen den Begriff falsch gedeutet, unsere Seelen ihn falsch aufgenommen haben und nun sind wir aneinander gekettet und können uns nicht mehr lösen, wegen dieses einen Wortes, wegen dieses einen, kleinen Wortes. Geliebter. Es ist so lange her, dass ich dich so genannt habe, so lange, dass ich nicht mehr weiß, ob es damals Wahrheit oder auch schon traurige Lüge war. Damit du mich begleitest. Nur, damit ich nicht allein bin, in den Leben. Weil ich Angst hatte, vor dem, was geschieht, wenn ich allein durch die Phasen schwebe.

Nun reden wir uns ein, wir hätten einander immer geliebt. Vielleicht haben wir das auch manchmal. Manchmal, wenn unsere Leben schön waren, wenn wir beschlossen haben, dass wir glücklich sein sollten. An anderen Tagen nicht. Vom Sein aneinander gekettet, weil schon zu viele Erinnerungen an den anderen in unseren Geistern verankert sind, als dass wir mit dem Wissen leben könnten, ihn in der Ewigkeit allein zu lassen.
Du hast das nicht verdient, denke ich. Du bist der Letzte, der es verdient hat.

 

K E R N S T A U B

Ngaja – Gedankenmaterial
1 Antwort
  1. Bookpassion
    Bookpassion sagte:

    Dieser kleine Textauszug hat mich wirklich tief bewegt und soviele Erinnerungen an vergangene Tage in mir hervorgerufen.
    Ich bewundere immer wieder, wie du so viel Emotion in so wenige Zeilen bringen kannst. Einfach beeindruckend und wunderschön.
    Danke.

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