Manchmal tauchen wir in atmosphärische Welten und wissen plötzlich, dass wir nie wie andere Menschen sein werden. Diese Momente, in denen man erkennt, dass man allein mit seinen Gefühlen und Gedanken ist, sie frei in die Welt fliegen lassen möchte und kann und sie trotzdem bei sich behält, aus Angst, sie könnten zerbrechen, unter den Augen anderer Personen an Wert verlieren, wenn man auch nur daran denkt, sie zu äußern.
Warum gibt es diese Welt in unseren Köpfen und warum wirkt sie so viel größer als alles, das wir jemals fassen könnten? Denn am Ende ist die Welt der Gedanken doch nicht anders als die Welt der Körper. Wir leben in ihr, können nicht aus ihr fliehen und es ist Platz für jeden. Doch nur ab und an gewähren wir anderen Eintritt, nur ab und an überschneiden sich Leben und Gefühle. Nur in den Gedanken ist es ewig. Hat eine Person diese Welt einmal betreten, kommt sie nie wieder aus ihr hervor.

 

11 Kommentare
  1. julymorning
    julymorning sagte:

    allerdings. sehr schön und sehr nachvollziehbar. gerade frage ich mich, wie viele menschen sich wohl schon dieselbe frage gestellt haben und wie sie doch jeder anders sieht…
    ich wünsche mir auch, es wäre möglich, all diese dinge zu äußern, und die wahrung dieses.. doch sehr vagen ideals des unantastbarseins wäre nicht so wichtig, denn eigentlich sind wir ehrlich sowieso schöner. aber es scheint etwas typisch menschliches zu sein, innenleben behalten zu wollen, und wäre es das nicht, dann wären die wenigen ausnahmen nicht mehr so besonders. die raumfahrtpioniere unserer seele sozusagen…
    tut mir leid, dass ich aus deinem wirklich tollen text hier eine argumentationskette mache, es ist einfach sehr inspirierend :)

    Antworten
  2. Polykristall
    Polykristall sagte:

    Wow, dafür musst du dich noch nicht entschuldigen. Im Gegenteil, ich freue mich über diese Rückmeldung und freue mich, dass der Text dich inspiriert hat. Ich kann dir eigentlich nur zustimmen, es regt einen doch schon zum Denken kann. Manchmal schaut man aus dem Fenster und fragt sich die seltsamsten Dinge und schon im nächsten Moment kommt man sich seltsam vor. „Ich bin komisch“, denke ich dann immer. Aber irgendwann – wenn ich im Zug sitze, mit vielen anderen Menschen – frage ich mich, warum ich mir so vorkomme. Immerhin bin ich sicher nicht die einzige, die so denkt. Viele denken so, da bin ich sicher, aber nur die wenigsten sprechen es aus oder schreiben es auf. Manchmal fällt es mir schwer, das alles irgendwie in Worte zu fassen, aber ich freue mich immer unheimlich, wenn sich jemand meldet, der sich darin wiedererkennt. Das schafft irgendwie eine Verbundenheit und jedes Mal, wenn man dann wieder in die Gedanken abdriftet, weiß man ein wenig mehr, dass man dort gar nicht so allein ist, wie man denkt.

    Danke für deine lieben Worte.
    Das bedeutet mir wirklich viel ♥

    Antworten
  3. Wortszenerie
    Wortszenerie sagte:

    Kennst du das, wenn du ein Lied hörst und der Text das ausdrückt, was dir schon die ganze Zeit im Kopf rumgeht, wofür du aber nicht die richtigen Worte findest?
    So geht mir das sehr oft mit dem, was du schreibst :)

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.