Dass Social Media die Art und Weise verändert hat, in der wir kommunizieren, ist jedem klar. Kommunikation ist schneller und aktueller geworden als je zuvor. Jede Sekunde werden Tausende von Inhalten produziert, Geschichten geschrieben, Fotos gemacht und alles wird geteilt. Aber FacebookTwitter und Co. sind nicht nur für Privatnutzer interessant. Bereits seitdem soziale Netzwerke existieren, versuchen Unternehmen, sie für sich zu nutzen. Und mit ihnen stehen plötzlich nicht nur großen Firmen, sondern auch Einzelpersonen vollkommen neue Tore offen.

… lese weiter in Teil 1 der Reihe oder hier:

4. Seid authentisch

Die Planung der Content-Stränge, die im vorherigen Teil thematisiert wurde, soll natürlich nicht einschränken. Jede Maßnahme, die ich euch vorstelle, dient nur einem Zweck: Euch zu zeigen, wie ihr euch selbst am besten in sozialen Netzwerken darstellen könnt. Dabei seid und bleibt ihr immer ihr selbst!

Niemand erwartet von euch, dass ihr plötzlich der Profi-Marktschreier bei Facebook werdet, nur noch hochprofessionelles Zeug von euch gebt und euch um 180 Grad wandelt. Niemand erwartet, dass ihr euch verändert, um Marketing für euch selbst zu machen. Im Gegenteil, das wäre sogar das Schlimmste, das ihr machen könnt.
Bleibt am besten genauso wie ihr seid und fokussiert euch auf das, was euch am Herzen liegt und euch Spaß macht. Diese Dinge, die euch ausmachen, können zu eurem Markenzeichen werden! Also überlegt genau: „Wer bin ich? Wie bin ich? Was sind die Dinge, die ich gern mache und die ich liebe?“
Wenn ihr diese Dinge dann teilt oder immer wieder in eure Kommunikation einfließen lasst, lässt euch das viel menschlicher und anfassbarer wirken. Und das ist genau das, was ihr erreichen wollt!

Ihr seid kein Unternehmen. Ihr seid ein Mensch.
Ist ja ganz klar, nicht wahr? Aber was so lapidar klingt, verschafft euch einen bedeutenden Vorteil. Ihr habt zwar nicht das Geld, das Unternehmen für Facebook und Co. ausgeben können, aber ihr habt etwas, das vielen großen Firmen fehlt: Persönlichkeit. Allein das ist schon ein wahnsinnig guter Faktor für echten, emotionalen Content, auf den es beim Marketing ankommt.

Social Media Marketing bedeutet nicht, dass ihr glatte, berechnende und langweilige Personen werden sollt. Es geht – im Gegenteil – genau darum, euch als Menschen hervorzuheben und euch so darzustellen, wie ihr seid.

Das Beste und Relevanteste
Natürlich solltet ihr schon darauf achten bei aller Authentizität das Beste und Relevanteste für eure Kommunikation herauszusuchen. Bedeutet, auch wenn ihr über eure Lieben, eure Tiere oder Interessen schreibt, ist es das Beste, wenn jeder Post trotzdem einen Bezug zu euch als Autor hat. Sei es nun aus inspirierenden oder anderen Gründen.
Und es bedeutet außerdem: Selbst wenn Handyfotos vielleicht authentischer wirken – wenn ihr eine Spiegelreflex in der Ecke liegen habt, wird sich niemand beschweren, wenn ihr die für eure Fotos verwendet 😉

Werbung ist dann gut, wenn sie allen Spaß macht 
Das ist immer mein Rat. Sowohl ihr als auch eure Fans müssen unterhalten werden. Ihr müsst also gar nicht erst befürchten, dass ihr durch öffentliche Kommunikation plötzlich gezwungen werdet, euch total zu verbiegen.

5. Seid einzigartig

Fassen wir zusammen, was wir bisher wissen. 
Social Media Marketing ist vor allem auf lange Sicht dafür gut, Sales zu erzielen. Im ersten Schritt sollte es Autoren darum gehen, eine aktive Community aufzubauen, die auch langfristig und über mehrere Bücher hinweg zu ihnen hält. Dazu muss jeder Autor überlegen, auf welchen Kanälen er vertreten sein möchte und welche Inhalte er zu bieten hat, mit denen er regelmäßig aufwarten kann. Diese Inhalte sollten dabei einen sehr großen persönlichen und menschlichen Touch haben. Es geht nicht darum, die geheimsten eurer Geheimnisse auszuplaudern, sondern darum, dass ihr das einfließen lasst, was ihr liebt.
Wenn ihr das alles getan habt, seid ihr auf dem richtigen Weg und macht schon mal vieles richtig.

Im nächsten Schritt soll es nun darum gehen, eurem Content nicht nur einen menschlichen sondern auch unverkennbaren Zug zu geben. Einen einzigartigen Hauch, der in den Köpfen eurer Follower hängen bleibt.

Sucht euch Alleinstellungsmerkmale
Wenn ihr genau darüber nachdenkt, hat diese Alleinstellungsmerkmale jedes Unternehmen auf die eine oder andere Art. Wenn ihr hört „Ich bin doch nicht blöd“, woran denkt ihr dann? An Media Markt. „… verleiht Flügel“? Red Bull. Blaue Schrift auf gelbem Grund ist IKEA und das Coca Cola Logo würde jeder auf 100 Meter Entfernung erkennen.

Diese Marken haben eine Identität, ein Logo oder irgendeine Assoziation, mit der sie sofort von ihren Kunden in Verbindung gebracht werden – egal in welchem Kontext. Und ihr als Autor könnt euch solche Muster und Wiedererkennungsmerkmale auch aneignen.

Das fängt schon bei Kleinigkeiten an
Wenn ihr an eure Bücher oder an euch als Person denkt, was fällt euch dann zuerst ein? Wenn man eure Freunde fragt, was euch ausmacht, was würden sie dann zuerst sagen? Was auch immer es ist, es könnte euer Wiedererkennungsmerkmal sein.

Also: Was macht euch besonders? Das kann ein Hobby neben dem Schreiben sein, ein Merkmal an euch selbst oder eine Besonderheit aus eurem Buch. Ihr seid neben dem Schreiben der Weltmeister im Schach? Macht es zu eurem Erkennungsmerkmal. Ihr macht euch jedes halbe Jahr ein neues Tattoo? Macht es zu eurem Erkennungsmerkmal. Ihr schreibt in eurem Roman über Raben? Ja, auch das kann euer Erkennungsmerkmal sein.

Kleiner Tipp am Rande: Je außergewöhnlicher das Merkmal, umso leichter könnt ihr Verbindungen knüpfen. Denn gefühlt jeder Mensch mag Eulen, jeder Autor liest gern und schaut Serien. Je außergewöhnlicher eure Merkmale sind, umso schneller prägen sie sich bei euren Followern ein.

Diese Merkmale könnt ihr dann immer wieder in eurer Kommunikation streuen, sowohl optisch als auch in euren Texten. Nur ab und zu, es muss nicht penetrant sein. Die Assoziationskette aufzubauen geht schneller als ihr denkt – und ist verdammt effizient.

Haltet auch eure Talente nicht hinterm Zaun!
Ihr könnt zeichnen? Dann zeigt das euren Fans! Ihr liebt es, zu singen, Musik zu machen, zu fotografieren oder zu backen? Dann zeigt das den Leuten! Ich verspreche euch: Sie werden es lieben. Mirjam H. Hüberli zum Beispiel kann ganz genial zeichnen und hat dabei noch einen wirklich unverkennbaren Stil. Selbst wenn ihr Name nicht dabeistehen würde, würden ihre Fans ihre Zeichnungen im Newsfeed sofort erkennen. Auch das kann zu eurem Wiedererkennungsmerkmal werden.
Und: Andere Talente und künstlerische Betätigungen können nicht nur euren Content anreichern, sondern die Geschichten in euren Büchern auch gekonnt untermalen, ihnen noch mehr Facetten verleihen. Also lasst euch von nichts zurückhalten, zu zeigen, was ihr könnt!

Erschafft eine wiedererkennbare Optik
Wenn es um die Erstellung von Inhalten und der Generierung eines Wiedererkennungswertes geht, dann darf auch der optische Wiedererkennungswert eurer Beiträge nicht ausgelassen werden. Dieser kann aus vielem bestehen: Einem Logo, das ihr einbaut, bestimmten Motiven oder Gegenständen, die immer wieder auf euren Fotos auftauchen, oder auch eine farbliche Codierung.

Um solch eine Optik zu erstellen, müsst ihr kein Designprofi sein. Mit ein paar Kniffen könnt ihr euren Fotos schon einen unverkennbaren Hauch geben, der eure Fans auch sehen lässt, dass ihr euch Gedanken gemacht habt.

Ein Logo könnt ihr beispielsweise von einem Designer entwerfen lassen und dann klein in all eure Bilder einfügen. Der Zeichner Chen-Long Chung zeigt, wie schnell auch durch ein simples Logo ein großer Wiedererkennungwert erzeugt werden kann.

(Quelle: Chen-Long Chung auf Facebook)

Kleiner Tipp am Rande: Nachteilig ist ein Logo dann, wenn ihr beispielsweise viel unterwegs seid und auch gern spontan Fotoposts absetzt. Dann müsst ihr euer Logo entweder über eine App in euer Bild einfügen oder warten, bis ihr daheim seid und dann posten. Das war für mich persönlich der Grund, mich gegen ein Logo zu entscheiden.

Je nachdem, wie ihr gestrickt seid, können bestimmte wiederkehrende Elemente im Hintergrund ebenfalls eine Lösung sein. Beispielsweise Postkarten eurer Bücher, die ihr in ein Foto dazu legt, Schmuckstücke, die die Fans mit euch assoziieren und so weiter. Ich habe lange Zeit immer mein violettes Universums-Halstuch in den Hintergrund gelegt, was einen enormen Effekt auf den Wiedererkennungswert der Fotos hatte.

Durch einige weitere violette Elemente und meist sehr gesättigte Farben erkennt man die Bilder so schon auf den ersten Blick. Ich hatte in meiner Wohnung auch eine Fotoecke, in der ich den Großteil meiner Fotos geknipst habe. Dadurch hatte ich zusätzlich eine meist ähnlichen Hintergrund und gleiche Lichtverhältnisse, was den Wiedererkennungswert noch ein Stück gesteigert hat.

Eine weitere Möglichkeit, die auf Dauer am einfachsten und ohne Zusatzmittel funktioniert, ist die grobe farbliche Codierung eurer Fotos. Meine Fotos oben sind durch das hervorsteckende Violett grob auch schon farblich eingeordnet. Am besten ist es, wenn sich das durch eure ganze Seite zieht.

Auf der Seite von Starbucks finden wir viele Brauntöne (was natürlich wunderbar zum Kaffeethema passt), viele warme und weiche Farben. Das vermittelt im Gesamteindruck zusätzlich Gemütlichkeit und passt zum Genussthema.

(Quelle: Starbucks auf Facebook)

Die Bloggerin Sara Bow arbeitet bei ihren Bildern mit sehr hellen Farben, sehr viel weiß und einem generell überaus “cleanen” Look. Auch diesen erkennt man auf den ersten Blick.

(Quelle: Sara Bow auf Facebook)

Diese farblichen Codierungen
hängen nicht nur zum Großteil von den verwendeten Motiven ab, sondern auch von den Filtern, die ihr verwendet. Auf dem PC könnt ihr euch da schon mit kostenlosen Programmen wie Gimp weiterhelfen, auf dem Smartphone kann ich Apps wie Vsco, Enlight und Pixlr empfehlen. Probiert euch dabei am besten erst mal aus, was zu euch passt und was euch gefällt.

Am besten sind selbstgemachte Fotos
Zur Generierung eines Wiederkennungswertes ist es immer gut, wenn ihr eigene Fotos verwendet. Ich habe ab und an Autoren in meinem Newsfeed, die regelmäßig zur Untermalung ihrer Beitrage Fotos von pixabay und Co. verwenden. Das kann man mal machen, ich persönlich rate aber vom exzessiven Gebrauch ab, weil diese Fotos nichts von euch wiederspiegeln. Auch mit einer einfachen Kamera oder einer guten Handykamera könnt ihr schöne Fotos machen, um sie auf eurer Seite zu zeigen, mit Zitaten zu verzieren etc.

Auch ihr selbst seid einzigartig!
Das Gute ist, dass ihr euch selbst nicht mehr einzigartig machen müsst, denn das seid ihr ja schon. Alles, was ihr hier beachten müsst: Zeigt euch ruhig auch mal. Ich weiß, dass viele Autoren ein bisschen schüchtern sind, was das angeht. Aber eure Fans lieben es, euch zu sehen! Das gibt ihnen eine viel engere Bindung zu euch, sie können euch besser kennenlernen und nun ja – den Wiedererkennungswert dahinter muss ich nicht erläutern, oder?

Das bedeutet natürlich nicht, dass ihr jeden Tag ein Selfie posten müsst. Aber wir erinnern uns an den eigentlichen Nutzen von sozialen Medien: Freunde oder Fremde miteinander zu verbinden. Deswegen seid ihr hier am erfolgreichsten, wenn ihr auch eure menschliche Seite – also euch selbst – zeigt. Das macht euch mit einem Ruck noch echter, noch naher, noch anfassbarer.
Aus jahrelanger persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass Selfies / Fotos auf Facebook deutlich besser ankommen als alle anderen Posts auf meiner Seite.
Also haltet ruhig ab und an euer Gesicht auch mal in die Kamera – ob nun mit eurem Buch zusammen, neuen Errungenschaften oder allein.

 

hier geht’s weiter zu Teil 3!

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